Teckelgruppe Berlin III
Ausflug in den Spreewald
vom 27. - 29. bzw. den 30.04.2012

 

 

              

Ein Reiseprospekt beginnt immer mit …

"Sie haben sich entschlossen, ein etwas anderes Kurzwochenende zu buchen?"

Ganz so verheißungsvoll begannen wir nicht – da wir wissen, dass der Erfolg des gemeinsamen Wochenendes und der Kahnfahrt von allen abhing, ging vor Antritt der Fahrt die Bitte an alle Teilnehmer tragt durch gute Laune, spaßige Einfälle und Überraschungen dazu bei, dass wir alle eine schöne Zeit verleben.Unbedingt mitzubringen war lt. Organisatoren: Teckel, Teckelleine, Fotoapparat, Bargeld, Zahnbürste und gaaaaaaaaaaanz viel gute Laune; ein Gebet an Petrus für gutes Wetter. Vorab wurde die Frage an alle Spreewald-Teilnehmer gestellt: wie entstand der Spreewald? Der Sage nach ist der Spreewald ein missglücktes Werk des Teufels.
Als er vor langer Zeit mit seinem Ochsengespann das Bett der Spree pflügte, war er schon ein gutes Stück vorangekommen, doch die zwei Zugtiere zeigten sich müde und wollten nicht mehr so recht. Das passte dem Leibhaftigen nicht. Wutentbrannt warf er seine Mütze nach den Rindviechern und schrie sie an: Das euch verdammtes faules Vieh doch meine Großmutter hole!
Diese Aussicht muss die Tiere doch so sehr erschreckt haben. Jedenfalls ergriffen sie die Flucht und rannten, mit dem Pflug hinterdrein, kreuz und quer davon.
Statt eines ordentliches Flussbettes rissen die türmenden Ochsen ein Delta mit 350 Wasserläufen, Fließen von mehr als 500 km Länge... genau weiß man es nicht mehr so.Und so begann unser langes Wochenende mit strahlendem Sonnenschein, Temperaturen um die 25 °C und blauem Himmel…


Freitag, 27.04.2012

            

Der Landgasthof Müggenburg ist ein familiengeführtes, 1995 auf Pfählen errichtetes Hotel und steht unmittelbarn einem Alt-Arm der zahlreichen Spreefließe des Unterspreewaldes.

 

                                                                

Wir haben das Hotel ausgesucht unter den Kriterien:
- viel gewünschte Ruhe und Naturnähe in außergewöhnlich ruhiger Lage
- alte Bäume umsäumen die Spreefließe und Vogelgezwitscher ist der einzige Lärm, den wir ertragen müssen.
Da diesmal etliche Teckelfreunde das Angebot zum langen Wochenende angenommen haben, wurden irgendwann die Zimmer knapp und weitere Buchungen konnten im Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ geordert werden. Auch dieser Landgasthof hat exzellente Kritiken erhalten. Die ersten Ankömmlinge waren Familie Wattenberg – als wir gegen 14.00 Uhr eintrafen, saß Hr. Dr. Wattenberg bereits im „Grünen“ und hat sich gesonnt. Bei den Temperaturen um 25°C war keine große Überredungskunst nötig, um die jetzt langsam Eintreffenden zu einem kühlen Bier oder zum Kaffeetrinken mit selbstgebackenem Kuchen zu überreden.

Da ja der Freitag bereits zum geplanten Wochenende gehören sollte, der Abend jedoch lang war und auf alle Fälle mehr als nur rumsitzen und quatschen“ beinhalten sollte, war für 17.00 Uhr eine Führung in der Spreewaldbrauerei gebucht:

Wir haben einen kleinen Exkurs in die Geheimnisse des Bierbrauens erhalten:
Beim Bierbrauen werden die Bierzutaten Wasser, Malz und Hopfen miteinander vermischt und teilweise durch Hefe biochemisch verändert. Der eigentliche Brauprozess beginnt mit dem Maische. Dabei wird Wasser erwärmt, dann das geschrotete Malz hinzugefügt und die so entstandene Maische unter ständigem Rühren erhitzt. Bei verschiedenen Rast-Temperaturen setzen Enzyme Stärke aus dem Malz in Malzzucker um… Daraufhin wird die Maische in einem Kühler auf die optimale Gärtemperatur abgekühlt und je nach Biersorte die passende Hefekultur zugesetzt. Bei der alkoholischen Gärung setzt die Hefe den in der Würze gelösten Zucker zu Ethanol und Kohlendioxid um. Dieses Gas bleibt zum Teil im fertigen Bier unter Druck als Kohlensäure gebunden. Nach der Theorie wollten wir jetzt in der Praxis testen, wie das gebraute Bier schmeckt – dazu hat jeder drei Sorten zum Probieren erhalten – je nach persönlichem Geschmack fand mal das eine, mal das andere Bier mehr Zuspruch.

                            

Übrigens hat unsere Gruppe ein neues Maskottchen, einen „Dackel ehrenhalber“.
Gestatten: Faustus, ein vierjähriger Labrador-Rüde, der anfangs Angst vor Dackeln hatte.

Mittlerweile liebt Faustus Dackel, vor allem schwarzrote Dackelmädchen und hat sich zum Beschützer des „Wochenendrudels“ aufgeschwungen. Alle an unserem Tisch vorbei gehenden Hunde wurden energisch arauf hingewiesen, dass Faustus sehr wohl bemerkte, dass sie in seinen und den Bereich „seiner“ Dackel eindringen. Herrchen und Frauchen haben ihren Hund nicht wieder erkannt, als er mit vollem Körpereinsatz seine Dackel beschützen wollte… Wir haben den Abend ganz gemütlich ausklingen lassen:

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Die „Schläfer Müggenburg“ sind ganz gemütlich zu ihrem Hotel zurückgelaufen – die faulen sind mit dem Auto gefahren… Aber da der Abend noch so schön war, haben wir uns auf der Terrasse des Hotels gesetzt und noch geklönt. Ich glaube, keiner der „Müggenburger“ wird vergessen, wie wir von Ilona bedient wurden: “wenn Ihr was braucht, ruft einfach Ilona!“ Wir haben oft gerufen… Wenn man in gemütlicher Runde sitzt und quatscht, vergeht die Zeit schnell und man merkt kaum, wie spät es ist. Genau so ging es uns – 24.00 Uhr, es ist dunkel, die Hunde waren noch nicht zur letzten Runde. Schneller als gedacht kamen wir so ganz schnell zu einer nicht im Vorfeld geplanten Nachtwanderung. Unsere Jäger hatten die Taschenlampen bei, die Mädels die typische Angst im/vorm Dunklem und ein undefinierbares Rascheln und Wasserplatschen sorgte für den notwendigen Adrenalin-Spiegel. Was haben wir gekichert und gelacht… So ganz nebenbei hat uns Silke in Astronomie eingeführt – was wir an dem Tag noch nicht wussten – wir haben jeden Abend das Himmelbild der Kassandra gesucht.


Samstag, der 28.04.2012

Frühstück um 08.30 Uhr angesetzt, damit
- der Schönheitsschlaf nicht zu kurz kommt
- der lange Vorabend ausgeglichen wird
- gemütlich und lange am Frühstückstisch der Tag „eingeläutet“ wird
- die Zeit bis zur Kahnfahrt angenehm überbrückt wird.

Natürlich wurde vor Start der Kahnfahrt das übliche Erinnerungsfoto von der Dackelbande geschossen, das wir hier nicht vorenthalten wollen – beachtet bitte, wie sich der „Dackel ehrenhalber“ harmonisch ins Gruppenbild einfügt:

Hilde Filter mit Enkel und Familie Schlichtholz wollten erst am Samstag anreisen und die Kahnfahrt mitmachen. Die Kahnfahrt sollte um 10.30 Uhr beginnen – startete aber bereits etwas eher, da alle Anreisenden pünktlich zur Stelle waren. Aufgrund der vielen vierbeinigen Mitfahrer hatten wir das Glück, dass wir uns völlig relaxt auf zwei Kähnen verteilen konnten – und zwei einheimische Quellen anzapfen konnten, um uns so manches Interessante vom Spreewald nahe bringen zu lassen.

Die reine Kahnfahrt war mit fünf Stunden etwas abseits des typischen Touristenrummels geplant – wir haben uns durch die zahlreichen Spreefließe des Unterspreewaldes „staken“ lassen.

Wusstet Ihr übrigens, das die Spreewaldgurke ist zu einer deutschen Spezialität geworden ist? Sie kommt zumeist als sauer eingelegt in einem würzigen Sud daher. Das Rezept dafür halten die Hersteller unter strengen Verschluss, EU-Schutzsiegel hin oder her. Doch das Prinzip sei hier verraten: Den Geschmack der eingelegten Gurke kreieren die Spreewälder mit Zwiebeln, einer guten Portion Dill, weiteren Kräutern und Meerrettich. Doch frische Kräuter und Gewürze allein sind nicht alles, um aus einer Gurke eine Spreewaldgurke werden zu lassen. Das feuchtwarme Sommerklima, der humusreiche Boden und das eisenhaltige Wasser tragen ebenso zum Geschmack der leckeren Gurke aus dem Spreewald bei.

Impressionen von der Kahnfahrt:

            

            

            

Unsere Hunde waren natürlich mit von der Partie – und zum Teil nicht damit einverstanden, nur auf dem Kahn sitzen zu müssen. Einige „Verrückte wollten unbedingt ins Wasser…

            

            

Mittagspause wurde für uns vom Hotel in der Gaststätte in Groß Wasserburg nach ca. 3 Stunden Kahnfahrt bestellt. Um die Küche auf uns hungrige Dackelmeute vorzubereiten, wurde uns eine Auswahl an Gerichten vorab zur Verfügung gestellt – natürlich gab es auch typische Spreewaldspezialitäten zu essen: Grützwurst, Quark mit Leinoel, saure Gurken…
Nach dem Mittagessen ging es ca. 2 Stunden zurück zum Ausgangspunkt. Unsere Vierbeiner haben sich auf den beiden Kähnen tadellos benommen – die BHP zahlt sich eben aus…

                  

             

Da wir den Tag über Sonne pur hatten (manch Gesicht und Arme waren sonnenverbrannt und hatten die Grundfarbe Rot), musste nach Ankunft in der „Müggenburg“ so mancher Eisbecher dran glauben.

              

Am Landgasthof verabschieden wir die Teckelfreunde, die nur das „Tagesticket“ gebucht hatten. Nach dem Frischmachen und einer individuellen Hunderunde hatten wir für 19.00 Uhr Plätze im Landrestaurant Müggenburg reserviert, um  ausgiebig „Terrassen-Klön“ „Gaststuben-Klön“ zu betreiben und den Tag auszuwerten. Für Kurzweil sorgte ein kleines Quiz – nicht ganz so einfach, ber wer dem Fährmann am Tag zugehört hatte, konnte fast alle Fragen beantworten. Die Siegerpreise waren spreewaldtypisch: ein Glas Spreewaldgurken und ein Glas Spreewälder Meerettich.

Der Abend klang so ruhig und gemütlich aus, wie er begann…

    

           


Sonntag, 29.04.2012

Frühstück ab 08.30 Uhr, damit
- der Vortag noch einmal ausgewertet werden kann
- die jeweilige Schlafqualität besprochen wird
- gemütlich und lange am Frühstückstisch der Tag „eingeläutet“ wird
- der leere Bauch gefüllt wird

Und dann fiel sie, die Entscheidung: Wer fährt jetzt schon zurück und wer läuft mit der Hundemeute noch einmal eine größere Runde, damit auch unsere Fellnasen wissen, wozu die Läufe da sind. Geplant war eine ca. 6-8km lange Wanderung Richtung Naturlehrpfad Buchenhain.

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Unsere Dackelbande hatte die Möglichkeit haben, in einen der Teiche zu springen, um die Wette zu rennen, sich gegenseitig in die Behänge oder Seite zu zwicken und sonstigen Dackelblödsinn auszuprobieren – und natürlich auch zu machen...

 

    

         

Der Wanderweg führte vorbei an Teichen, Seitenarmen der Spree, an einem Aussichtspunkt, von dem eine super Sicht über die Gegend ermöglicht wurde. Jakob war besonders mutig und hat uns allen gezeigt, wie man den Aussichtsturm er- und wieder heruntersteigt.

Der Naturlehrpfad selbst hat auch viele Dinge gezeigt, und wenn es die A-Noten bei der Kür der Herren war:

Die anwesenden Damen hatten da natürlich klar den Vorteil:

Da der Planet wieder unbarmherzig schien, beschlossen wir, nach ca. 2 ½ Stunden doch wieder in die Zivilisation zurück zu gehen.

      

Tja, dann kam der Zeitpunkt, wo wieder ein Teil nach Hause fuhr, da die jeweiligen nicht wussten, wie schön der Spreewald ist und dementsprechend keinen zusätzlichen Urlaub genehmigt hatte.

Da aber die nächste Reise in Planung ist, fiel der Abschied nicht zu schwer – außerdem haben wir so viele Bilder, um die Erinnerung immer wieder zurück zu rufen. Der kleine Teil der Gruppe, der bis Montag gebucht hatte, konnte den Tag noch ganz ruhig auslaufen lassen – dösen in der Sonne, Spaziergang nahe des Hotels mit Schwimmeinlagen der Dackelbande und am Abend wieder Quatschen, bis der Mond scheint. Zwei Gruppenmitglieder haben bis Mitternacht am Seitenspreearm gesessen und neue Pläne für das Gruppenleben geschmiedet, während der Rest der Mannschaft schon ruhig in den Betten gelegen und geschnarcht hat. Ein schönes Wochenende geht auch zu Ende – aber wir haben jede Minute genossen.

Fazit:
Spreewald, wir kommen bestimmt bald wieder!!!

Zum Abschluss und als schönes Ende unserer Spreewald-Tour das „Spreewaldgurken Gedicht“ von Rudi Höpfner:
Schon lang berühmt auf Erden, ein Gruß vom Spreewaldland,
das sind pikant Gurken, wohl jedermann bekannt.
Ich möchte heut berichten, von Dreien ihrer Art,
die waren einstmals Freunde, doch nun separat aufbewahrt.
In Fässern gut gelagert, schön Leib an Leib,
es war nur eitel Freude und es gab niemals Streit.
Jede in ihrem Fasse, ich sag es klipp und klar,
war wirklich erste Klasse und schmeckte wunderbar.
Doch eines Tages zum Gurkenfest am Fließ,
der Chef von den drei Gurken die Fässer öffnen ließ.
Hurra riefen die Gurken, ist das nicht wunderschön,
wir können voller Freude die Sonne wiedersehn.
Doch eh sie sich besannen, ich will es euch gleich sagen,
hier unsere drei Gurken auf einem Teller lagen.
Nunwaren sie wieder beisammen und dachten was ist das,
das war ein Durcheinander, jede vom anderen Fass.
Da sprach die eine Gurke, sag mal wer bist du,
du schmeckst ja gar so salzig und blinzelst mir oft zu.
Ich, werde Salzgurke genannt, bin gut bekannt im Spreewaldland,
mal dick, mal dünn und auch schön fest, bester Geschmack hier grüßen lässt.
Mit vielen Kräutern und mit Salz und sehr beliebt bei Kennern,
auf frischen Brot mit Salz.
Die Salzgurke dann sagte, nun wisst ihr alles von mir,
doch anschließend noch fragte, ihr zwei, wer seid denn ihr?
Ich bin die weiße Lady, Senfgurke nur genannt,
und auch beliebt wie du auf jedem Tellerrand.
Mein Aussehen ist anders, man kann es gut erkennen,
von meinem grünen Kleid musste ich mich schon früh trennen.
Dann aufgeschnitten und halbiert, den Bauchinhalt raus operiert,
mit einem Löffel riesengroß, ganz ausgeschält, das war mein Los.
Nun wisst ihr es, das war kein Spaß,
deshalb bin ich so hell und blass.
Das ist ja interessant, die Dritte nun begann,
was man als Spreewaldgurke hier so erleben kann.
Auch ich komm hier vom Land als Gewürzgurke lange bekannt.
Dort aus dem Fass Nummer drei und schmeck ganz anders als ihr zwei.
Ich bin die schönste von uns Dreien, bin nicht zu groß,
schön glatt und fein, Gewürzgurken müssen so sein!
Zart säuerlich, dazu leicht süß, beißt doch mal rein,
dann schmeckt ihr dies.
Zum Schluss möchte ich euch zwei noch sagen,
wir kennen uns doch aus Kindertagen.
Genau, jetzt weiß ich`s endlich wieder,
ihr kennt doch auch den Gurkenflieger.
Dort lagen fleißige Menschen auf dem Bauch,
und pflügten uns vom Gurkenstrauch.
So fing einst unser Schicksal an,
jede davon berichten kann.
Die Erste würzig und pikant,
die Zweite hell und so scharmant,
die Dritte säuerlich und süß,
Spreewaldgurken, mein Gurkenparadies.


Das waren für Euch meine Geschichten,
von denen wollt ich heut berichten.
Zum Gurkenfest von mir geschrieben,
nur ganz allein für Euch Lieben.